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Was es heute braucht, um das Herz des Anderen zu berühren

Was meinst du? Was braucht es wohl heute, um das Herz des Anderen zu berühren?

Vielleicht hast auch du dir diese Frage schon mal gestellt. Gerade dann, wenn die Beziehung mit deinem Seelenpartner oder einem anderen für dich wichtigen Herzensmenschen nicht ganz so lief, wie du es dir gewünscht hast. Vielleicht fragst du dich sogar jetzt, in diesem Augenblick, was du noch tun kannst, um IHN oder SIE endlich zu erreichen, IHN oder SIE endlich an dich zu binden.

Eine solche Frage kann meiner Erfahrung nach nur mit folgender Gegenfrage ehrlich beantwortet werden, die da wäre:

Was glaubst du braucht es heute, um DEIN Herz zu berühren?

Wenn es dir so geht, wie einst mir, dann fallen dir möglicherweise hier ganz viele Dinge ein, die du gerade nicht möchtest. Dinge, die dir nicht guttun. Dinge, die dein Herz schmerzen.

Daher möchte ich mir an dieser Stelle einen kleinen Exkurs erlauben. Und zwar lade ich dich einfach mal ein, einen kurzen Blick auf den gesellschaftlichen Wandel zu werfen, den wir in den letzten Jahrzehnten durchlaufen haben.

Was hat das mit dem Thema „Seelenpartner“ zu tun – magst du dich fragen?

Auch wenn dies vielleicht nicht direkt erkennbar ist, so besteht hier dennoch eine unmittelbare Verbindung zu deinem momentanen Lebensgefühl.  

Früher – und damit meine ich die Generation unserer Eltern und Großeltern – wurde Sinn, Glück und Geborgenheit vielmehr im näherstehenden, sozialen Umfeld gesucht – sei es in der Familie, unter Verwandten oder am altbewährten Arbeitsplatz.

Heute – nach Jahrzehnten der Emanzipation, des Wohlstandsanstiegs und dem Ankommen im Internet- und Medienzeitalter –, hat sich das Lebensgefühl deutlich verändert. Der wachsende, innere Druck, nicht mehr irgendeinem sinnentleerten Job nachzueifern oder in einer längst überfälligen Beziehung zu verharren, führt bei immer mehr Menschen zu einer spürbaren Entwurzelung.

Und genau diese Entwurzelung ist es, die auch du deutlich fühlst, wenn dein Seelenpartner in dein Leben tritt!

Denn dieser Mensch lässt dich plötzlich erkennen, dass in dir ein Keim steckt, der deine wahre Natur widerspiegelt, und dessen Wachstum von DIR gefördert werden möchte. Es ist wie ein innerer Lebensauftrag, der nach Verwirklichung schreit, und der dich nicht mehr in Ruhe lässt, bis du dich ihm nicht voll und ganz verpflichtet hast.

Allerdings ist es selten so, dass dieser neu aufstrebende Keim in dir, der nach lebendigem Ausdruck verlangt, sofort auf Verständnis oder Applaus im Außen stößt.

Viel wahrscheinlicher magst du dich mit der Herausforderung konfrontiert sehen, dass die Menschen, die dich unmittelbar umgeben – seien diese in deiner Familie oder teils auch alten Freunde – gerade zu Beginn deinen inneren wie äußeren Wandel kaum bis gar nicht nachvollziehen können. Nicht selten zeigen sich dann, wie auch mir widerfahren, Gefühle der Ohnmacht, der Einsamkeit oder auch einfach nur der Traurigkeit darüber, dass du das, was dich innerlich bewegt und antreibt, mit niemandem teilen kannst.  

Die Folge eines solchen Szenarios ist, dass die Sehnsucht nach „echten“ Gleichgesinnten wächst ...

Was aber sind „echte Gleichgesinnte“? Für mich sind es vor allem Menschen, die wirklich sehen, wer ich bin, die mir offen und ehrlich in mein Leben reinsprechen, die mir zuhören, die interessiert nachhaken, bei dem, was mich beschäftigt, und die mir ehrliche, positiv-herausfordernde Fragen stellen.

Es sind Menschen, die mir etwas voraushaben, was für meine eigene Entwicklung wichtig ist. Wegweisende Menschen, die eine echte Bereicherung für mein Leben darstellen, weil sie sich für mich nicht verbiegen – nur um mir gefallen zu wollen –, sondern ihren Werten und Prinzipien treu bleiben. Und so darfst du dich – beim Blick auf deine Beziehung(en) – an dieser Stelle einfach mal fragen: 

Nimmst du bereits eine solch "bereichernde" Position im Leben deines Partners oder deines Gegenübers ein?

Oder erwartest du vielmehr, dass er oder sie DICH bereichert? Wenn Letzteres auf dich zutrifft, dann ist das, was du in deiner aktuellen Beziehungskonstellation „noch“ vermisst, genau das, was du deinem Gegenüber schenken darfst. Im Umkehrschluss bedeutet dies:

Das, was dein Herz berührt, berührt auch seins. Das, was du ersehnst, ersehnt auch er.

Es ist diese echte Anteilnahme, diese echte Wertschätzung, nach der wir uns alle sehnen, die unser aller Leben bereichert, unser aller Herzen berührt …

In diesem Sinne … fange bei DIR an ... fange an, dir selbst die Wertschätzung angedeihen zu lassen, nach der du dich so sehr sehnst. Und dann zögere nicht länger, und mache auch dem Anderen genau das zum Geschenk, was du dir von ihm/ihr wünschst. Sei dir selbst und ihm/ihr gegenüber einfach die beste Freundin, der beste Freund❣️ 

Herzlichst, 
Deine Ute