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Zeit, unsere Sinne zu schärfen für das, was im Verborgenen liegt

Vollmond in Stier – Zeit, unsere Sinne zu schärfen für das, was im Verborgenen liegt 

Dieser Vollmond am 19. November im Zeichen Stier, der von einer partiellen Mondfinsternis begleitet sein wird, leitet für die kommenden Wochen eine spannungsreiche Zeit ein. Denn die ohnehin schon spannungsgeladenen Konstellationen am Himmel erfahren durch die uns bevorstehenden Finsternisse eine enorme Verstärkung, aufgrund der uns bevorstehenden Mondfinsternis im November, gefolgt von der Sonnenfinsternis am 4. Dezember.

Was aber passiert während Finsternissen, magst du dich vielleicht fragen?

Wann immer Finsternisse auftreten, wird die Mondknotenachse aktiviert. Das ist der Fall, wenn sich Sonne und Mond in unmittelbarer Nähe der Mondknoten befinden. Die Mondknoten stehen für den Punkt, an dem – wie im Falle einer Mondfinsternis – der Mond die Sonnenbahn, die sogenannte Ekliptik schneidet und in den Erdschatten tritt. Und da die Mondknotenachse in der Astrologie gleichbedeutend mit der Schicksalsachse ist, fungieren die Mondknoten als Wegweiser für unser persönliches und kollektives Schicksal. 

Und die Finsternisse beschleunigen unsere Entwicklung und Neuausrichtung. 

Daher kann es wertvoll sein, uns die Konstellationen zu diesem Vollmond näher anzuschauen. Von einem Vollmond sprechen wir, wenn sich Sonne und Mond am Himmel gegenüberstehen, wie in diesem Fall mit der Sonne im Zeichen Skorpion auf 27 Grad und 14 Bogenminuten und dem Mond im gegenüberliegenden Zeichen Stier. 

Die Mondknoten wiederum befinden sich in den letzten Graden von Zwillinge und Schütze. Da sich die Mondknoten stets im Uhrzeigersinn bewegen, sind sie kurz davor, das Zeichen zu wechseln. Und das wird im Januar der Fall sein, wenn der aufsteigende Mondknoten in den Stier und der absteigende Mondknoten in den Skorpion wechselt. 

18 Monate sind es, die die Mondknoten jeweils in einem Zeichen verweilen. Und so kann es interessant sein, einfach mal zurückzublicken, was wir in den letzten 18 Monaten, seitdem die Mondknoten auf der Zwillinge-Schütze-Achse stehen, erlebt haben. Damit ist die Zeitspanne gemeint von Mai 2020, also unmittelbar nach dem ersten Lockdown bis heute.

Zwillinge und Schütze bilden die Wissens- und Entwicklungsachse ab. 

Stell dir die Zwillinge als die Schulbank vor, wo du dir als Kind erstes Schulwissen angeeignet hast, und den Schützen als die Universität, wo du dich für ein Studienfach entschieden und dein Wissen sowie deine Weltanschauung geformt und erweitert hast. 

Deswegen stehen die Zwillinge für viel Wissen, viele Informationen, unsere Nachrichten, Social-Media-Plattformen, und der Schütze für unsere Meinungsbildung, unseren Glauben und unsere Gerichtsbarkeit. Der Schütze steht für den Bereich, wo wir über Richtig und Falsch urteilen. Und wo wir uns, wenn wir nicht vorsichtig sind, auch schon mal schnell in Vorurteilen verlieren können. Vor allem dann, wenn wir im Informationsdschungel all das Gesagte nicht auf seinen Wahrheitsgehalt prüfen und wenn wir allzu starr an einer einmal gefassten Meinung, einem einmal gefassten Urteil festhalten.

Und jetzt, da sich die Mondknoten in den Endgraden von Zwillinge und Schütze befinden, ist dies wie eine Aufforderung, eine Ermahnung an uns, uns in Achtsamkeit zu üben im Hinblick auf unsere Gedanken, unsere Urteile und Glaubenssätze. 

Denn aus Gedanken entstehen Worte und aus Worten entstehen Taten. 

Jetzt, da ich das sage, erinnere ich mich an einen Film, den ich unlängst gesehen habe. Und zwar an den Film namens ALUNA – was übersetzt so viel bedeutet, wie: Die Quelle des Lebens und der Intelligenz. Dies ist ein tiefsinniger Film über die Kogi, einem indigenen Volk in Kolumbien, das zurückgezogen in den Bergen der Sierra Nevada lebt.

Ein Sprichwort der Kogi besagt, dass ohne Gedanken nichts existieren kann. 

Insofern beginnt die Rettung der Welt in unseren Gedanken und in unserem Herzen. Die Kogi wissen um das Verbundensein allen Lebens. In diesem Film wird vermittelt, welch tiefes Verständnis die Kogi für die Natur und den Kosmos haben. Sie haben ein tiefes Gespür für die Verbindungen, die zwischen den Seen und Bergen, den Bäumen und Tieren, den Sternen und allem Leben existieren. 

Damit leben die Kogi das vor, was auch ich im Rahmen meiner schamanischen Ausbildung mit kleinen Schritten lernen durfte und nach wie vor lerne. Zu erfühlen, zu beleuchten, zu sehen, was Gedanken und Glaubenssätze mit uns machen, welche Bilder sie in uns formen, und wie wir diese Bilder auf unsere Mitmenschen projizieren. 

Diese Bilder sind es, die ich in meinen schamanischen Sitzungen bei meinen Klienten wahrnehme und ins Bewusstsein hole. Denn solche Bilder hinterlassen, solange sie unbewusst bleiben, energetische Abdrücke in unserem Energiefeld, und verzerren unser Selbstbild und unsere Außenwahrnehmung.

Damit fördern sie nicht nur unsere Spaltung, innen wie außen, ... 

... sondern erschweren es uns auch, unser volles Potenzial zu entfalten. Die Kogi erinnern uns daran, wie wichtig es ist, uns für die tiefere Bedeutung unserer Lebensumstände zu öffnen. Zu erkennen, wo wir im Dunkeln tappen. Denn die Dunkelheit ist ein guter Lehrmeister, sie bäumt sich auf, damit wir das erkennen können, was wir zuvor nicht sehen konnten. Nur so kommen wir in Kontakt mit unserer Wahrheit, so auch mit unserer Anders- und Einzigartigkeit.

Dieses „Anders-sein, anders zu denken, nicht gesellschaftskonform zu sein“ ...

... kann in diesen Tagen Ängste schüren. Ängste, die uns in unserer Kleinheit gefangen halten. So ist es für uns alle ratsam, für dich, für mich, uns all dieser Ängste bewusst zu werden. Bilanz zu ziehen, wo wir uns oder anderen etwas vormachen oder wo wir uns selbst oder andere klein halten, nur um die Kontrolle und unsere Sicherheit nicht zu verlieren. Und die Sicherheit ist es, die der Mond in Stier liebt und hütet wie seinen Augapfel. Denn der Mond steht für unsere Gefühle, für unser kindliches Sicherheitsbedürfnis. Während die Sonne, die für unsere Identität steht, im Zeichen Skorpion ebenfalls an Sicherheiten festhält. 

Rufen wir uns dazu in Erinnerung, wofür der Stier und der Skorpion stehen, ...

... so geht es bei dem Stier um unsere Werte und unseren materiellen Besitz, und beim Skorpion um die Art und Weise, wie wir diese Werte investieren und mit anderen teilen. Der Stier als Stellvertreter des 2. Hauses steht beispielhaft für das, was wir uns verdienen, z.B. unser Gehalt, um uns davon etwas kaufen, etwas leisten zu können. Während der Skorpion als Stellvertreter des 8. Hauses für unsere Geldanlage, unser Sparkonto in Krisenzeiten steht.

Haben wir bspw. nichts verdient, haben wir auch nichts auf dem Bankkonto. Haben wir demnach nichts von Wert geschaffen, also unseren Selbstwert, unsere wahren Werte, unsere Talente und Ressourcen in diesem Leben vernachlässigt, ist es der Skorpion, der uns sinnbildlich sterben lässt, damit wir diesem angsterfüllten kleinem ICH ein Ende bereiten und endlich etwas erschaffen und leben, was für uns von Wert ist, und was uns wieder lebendig und kraftvoll werden lässt. 

In diesem Zusammenhang wusste bereits der Philosoph Immanuel Kant einst zu verlauteten: 

„Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird“.

Noch besser lässt sich die Energie nicht beschreiben, auf die uns diese Zeit, diese Finsternisse in den kommenden Wochen und Monaten vorbereiten.

Damit weckt der Skorpion unsere Ängste, unsere unbewussten Programme, lässt uns fühlen, was wir uns tagtäglich selbst antun, wo wir Selbstverrat begehen, wo wir die Beherrschung, die Kontrolle wahren wollen, wo wir uns bevormunden und manipulieren lassen. Während uns der Stier auf der anderen Seite fragt: Ist es das, was wir wollen? Ein Leben in Angst, Kontrolle und Vormundschaft? 

Wie können wir das, was wertvoll für uns ist, schützen?

Schauen wir uns dazu die weiteren Konstellationen zu diesem Vollmond an, so bilden Mond und Sonne ein Quadrat zu Jupiter in Wassermann. Und auch Merkur in Skorpion nähert sich diesem herausfordernden Quadrat zu Jupiter an. Jupiter als der Regent des Schützen, der für unsere Sinn- und Wahrheitsfindung steht, kann uns zeigen, wo wir uns überschätzt oder wo wir Situationen falsch eingeschätzt haben. 

Darin untersützt auch Merkur in Skorpion, der den Dingen gerne auf den Grund geht. Mit dem Trigon zu Neptun in Fische und dem Sextil zu Pluto in Steinbock dürften wir uns mit oberflächlichen Aussagen nicht zufriedengeben. Dies kann zu Ungeduld führen. 

Solange du jedoch den spirituellen Hintergrund verstehst, von dem, was dir ...

... gerade widerfährt, und du dein Potenzial nutzt, förderst du dein Wachstum sowie dein Mitgefühl für dich und andere. Nutze also deinen scharfen, durchdringenden Verstand, gleich Merkur in Skorpion, und lass dich von dem, was sich im Außen zeigt, nicht irritieren. Anderenfalls läufst du Gefahr, etwas für wahr zu halten, dich mit etwas zu identifizieren, was möglicherweise nicht wahr ist.

Zu einer gewissen Vorsicht mahnt auch das anhaltende Saturn-Uranus-Quadrat ...

... bzw. das T-Quadrat, das sich zwischen Saturn in Wassermann, Uranus in Stier und Mars in Skorpion spannt. Saturn repräsentiert hier all das, was uns blockiert, was uns zurückhält, was uns nicht gefällt. Regeln, Restriktionen, unsere Regierung. Uranus wiederum repräsentiert unseren Wunsch, uns zu befreien, uns aus diesem Korsett zu lösen. Während Mars Kampfbereitschaft signalisiert und uns auffordert, uns für das, was uns wichtig ist, stark zu machen.

Mit diesem Spannungsaspekt, den Mars bereits einige Tage vor dem Vollmond hält, kann er mächtig Druck ins Geschehen bringen. Umso wichtiger ist es für uns, das Saturn-Prinzip zu beherzigen und kühlen Kopf zu wahren. Zu tun, was getan, geplant, organisiert werden muss, um den Weg in die gewünschte Veränderung langsamen Schrittes zu ebnen. 

Was uns in diesem Zusammenhang auch helfen kann, ...

... ist einen Blick auf Venus zu werfen, denn sie ist die Regentin dieses Vollmondes in Stier. Venus befindet sich auf 12 Grad Steinbock und hält ein Trigon zu Uranus in Stier sowie ein Sextil zu Mars in Skorpion. 

Venus steht bekanntlich für unsere Beziehungen, unsere Beziehungswerte und auch für unsere Finanzen. Venus in Steinbock steht für seriöse, ernste und nachhaltige Beziehungen, so auch für effiziente, produktive, disziplinierte Arbeit. Für sie gilt: „Es prüfe, was sich bindet“. Das ist der Grund, warum sich eine Venus in Steinbock zunächst langsam herantastet, warum sie sich ähnlich dem Skorpion zunächst unterkühlt oder distanziert zeigen kann, im persönlichen wie beruflichen Kontext. 

Venus verweilt in der Regel nur 4 Wochen in einem Zeichen. Aufgrund ihrer bevorstehenden Rückläufigkeit im Dezember wird sie sich dieses Mal ganze 4 Monate im Zeichen Steinbock aufhalten. 

Das ist der Prüfstein für unsere Beziehungen, unsere beruflichen Ambitionen ...

... und unsere Finanzen. Mit den Aspekten, die Venus hält, wie dem Sextil zu Mars in Skorpion, können wir dazu verleitet sein, bis zum bitteren Ende an einer Beziehung oder einem Beruf festzuhalten, auch wenn wir wissen, dass wir längst darüber hinausgewachsen sind. Aber das Trigon, welches Venus zu Uranus hält, lässt uns prüfen, mit welchen Menschen wir uns künftig umgeben möchten. Welchen beruflichen Ambitionen wir künftig nachgehen möchten.

Frage dich z.B. selbst: Sind die Menschen in deinem Leben wahre Gleichgesinnte, sehen sie in dir den Menschen, der du wahrhaftig bist? Bist du in einer Beziehung oder in einem Arbeitskontext eingebunden, ...

... wo du „DU SELBST SEIN“ darfst? 

Uranus in Stier kann und will dich hier mit Menschen zusammenführen, die vertrauenswürdig sind, und die deine Gesinnung, deine Vision teilen. Mars in Skorpion wiederum spornt dich an, dahingehend aktiv zu werden. 

Solltest du derzeit jedoch das Bedürfnis verspüren, deine Pläne zunächst geheim halten zu wollen, dann ist das in Ordnung. Denn der Skorpion legt nur ungern zu vorschnell alle Karten auf den Tisch. So kann es sein, dass dein Umfeld vielleicht noch gar nicht mitbekommt, was du stillheimlich im Schilde führst, was du in diesen Tagen im Geheimen planst. 

Was dir zu diesem Vollmond ebenso helfen kann, ist, dich daran zu erinnern, ...

... was 2002 in deinem Leben los war. Denn im November 2002 hatten wir zuletzt eine Finsternis in denselben Graden des Stiers. Und da der Stier unter der Regentschaft von Venus steht, hast auch du möglicherweise in jenem Jahr die ein oder andere wichtige Lernerfahrung in deinen Beziehungen gemacht.

Wenn ich mich zurückerinnere, so war es im Spätherbst 2002, als ich mich von meinem Ex-Mann getrennt hatte, nachdem u.a. auch Chiron in Steinbock anfing, über mein 7. Beziehungshaus zu laufen und eine exakte Opposition zu meinem Aszendenten hielt. Somit war diese Zeit von Trennungsschmerz begleitet, dem Realisieren, dass mit der gescheiterten Ehe ein für mich wichtiger Lebenstraum geplatzt war. 

Und da Chiron zu diesem Vollmond einen Spannungsaspekt zu Venus hält, ... 

... dürften einige von uns mit dem ein oder anderen Beziehungsthema, Beziehungsschmerz oder Liebeskummer konfrontiert werden. Mit diesem Aspekt sind wir aufgefordert, unsere Beziehungen als die zu sehen, die sie sind. Und zu tun, was wir tun müssen, um unsere Beziehungen zu heilen, zu wandeln, sie auf eine höhere Ebene zu bringen oder sie gänzlich loszulassen. 

Hierbei unterstützt uns das Fühlen, das Einlassen auf unsere eigene Tiefe. Mit dem Mond in Stier können wir unseren Körper als Kompass nutzen. Wir können unsere Sinne dahingehend schärfen, um herauszufinden, wer oder was uns guttut und wer oder was nicht. Nicht umsonst verkörpert der Stier Genuss und Wohlgefühl. Und mit Sonne, Merkur und Mars in Skorpion können wir uns dabei noch tiefer einlassen. 

Denn der Skorpion gibt sich mit oberflächlichem Genuss nicht zufrieden, ...

er fordert unsere Bereitschaft, uns nackt zu machen. Damit uns jene Menschen finden, die zu uns passen. Zudem bildet auch Pluto, der Regent des Skorpions, unterstützende Aspekte zu Sonne und Mond. Damit stößt er tiefe Veränderungsprozesse an und fördert unsere Bereitschaft, uns unverblümt, ungeschminkt und uns in unserer ganzen Natürlichkeit zu zeigen. 

Hast du dich vielleicht auch schon mal gefragt, warum du dich draußen in der Natur so wohl fühlst? Die Antwort lautet: 

“Weil die Natur kein Urteil über dich hat“. 

Weil du dort so sein darfst, wie du bist. Und genau das ist es, was wir uns in der Tiefe unseres Seins auch in unseren Beziehungen wünschen.

Erfahre in meinem Video mehr über die einzelnen astrologischen Konstellationen zu diesem Vollmond, und welche Lebensbereiche er in deinem Horoskop aktiviert. Viel Freude dabei!