Zwischen Schatten und Schatz: Was der Mai in dir bewegt!
Viele Menschen – das erlebe ich gerade in Gesprächen mit meinen Kunden, aber auch in meinem nahen Umfeld – empfinden diese Zeit als schwer, als zäh, teilweise auch als sorgenvoll. Von der Kraft des Feuerpferdes ist für viele noch nicht viel spürbar, und so ist es verständlich, wenn Zweifel aufkommen, ob sich dieses Feuer im eigenen Leben und speziell in diesem Jahr überhaupt noch zeigen wird.
Und genau hier möchte ich dir Mut machen und Zuversicht schenken, denn diese Phase ist kein Stillstand, sondern eher vergleichbar mit einem langsamen Anrollen – wie dem langsamen Galopp eines Pferdes. D.h. die Dynamik, die vielleicht jetzt noch gebremst wirkt, wird sich in der zweiten Jahreshälfte spürbar verändern. Sobald sich die äußeren Planeten alle ausnahmslos in Luft- und Feuerzeichen befinden, auch Jupiter ab dem 30. Juni in den Löwen tritt, kommt zunehmend Bewegung in die Dinge – dann geht es los, dann beginnt sich das, …
… was jetzt innerlich in uns allen vorbereitet wird, auch im Außen zu zeigen.
Schamanisch betrachtet befinden wir uns in einer Phase des „Noch-nicht-Sichtbaren“. Es ist die Zeit, in der das Feuer unter der Erde bereits brennt, aber noch nicht durch die Oberfläche gebrochen ist. In vielen Traditionen gilt diese Phase als heilig, weil hier die eigentliche Form entsteht, bevor sie sichtbar wird.
Der Monat Mai selbst ist dabei wie eine Reise aufgebaut, fast wie ein Initiationsweg durch unterschiedliche Ebenen. Es ist ein besonderer Monat mit zwei Vollmonden und einem Neumond: Wir starten am 1. Mai mit dem Vollmond im Skorpion auf 11 Grad Skorpion, gehen über in den Neumond im Stier am 16. Mai auf 26 Grad Stier und schließen den Monat am 31. Mai mit dem Vollmond im Schützen auf 10 Grad Schütze ab.
Es ist ein Weg von Tiefe über Erdung hin zu Weite und Hoffnung.
In der schamanischen Symbolik entspricht dies einer Reise durch die drei Welten: durch die verdichtete Unterwelt des Skorpions, die verkörperte Mittlere Welt des Stiers und die visionäre Obere Welt des Schützen.
Nicht umsonst heißt es: „Alles neu macht der Mai.“ Doch dieses „Neu“ geschieht in diesem Monat Mai nicht von allein – es setzt voraus, dass wir bereit sind, unsere Komfortzone zu verlassen …
… und uns auf Veränderung wirklich einzulassen.
Der Vollmond im Skorpion am 1. Mai auf 11 Grad Skorpion – mit der Sonne gegenüber auf 11 Grad im Stier – bringt eine intensive, tiefgehende Energie mit sich. Der Skorpion-Anteil in uns möchte unter die Oberfläche, er will zum Kern vordringen, zum Wesentlichen. Da kann es sein, dass wir uns regelrecht festbeißen an bestimmten, uns beschäftigenden Themen, weil wir spüren: Hier geht es gerade um etwas sehr Wichtiges.
Vielleicht nimmst du in diesen Tagen eine gewisse innere Unruhe wahr oder ein Thema, das dich stärker beschäftigt als sonst. Mit dem Mond im Skorpion kann eine tiefe Fokussierung entstehen, fast so, als würde dich etwas nicht so leicht loslassen. Genau darin liegt jedoch auch die Qualität dieses Vollmondes: die Möglichkeit, tiefer zu gehen, Zusammenhänge zu erkennen und auch Heilung zuzulassen – besonders in den Lebensbereichen, die in deinem Horoskop durch die 11 Grad Skorpion angesprochen werden.
Schamanisch versinnbildlicht der Skorpion den Moment des Abstiegs.
Der Eintritt in die Unterwelt gleicht einem bewussten Hinabsteigen in das noch Ungelebte und Verdrängte in uns. Dort beginnt die eigentliche Begegnung mit unserer Wahrheit.
Gleichzeitig steht dieser Mond unter Druck. Mars, als Nebenherrscher des Skorpions, befindet sich kraftvoll im Widder und bringt zusammen mit Saturn eine Energie mit sich, die Dinge voranbringen, klären oder auch durchsetzen möchte. Es kann sich anfühlen, als würde etwas in dir drängen, frei dem Motto: „Jetzt muss sich doch endlich etwas bewegen.“
Doch während dieser Impuls nach vorne drängt, …
… zeigt der Skorpion, dass es noch etwas zu erkennen gibt, etwas, das nicht übersprungen werden kann. Venus in den Zwillingen bringt zusätzlich eine flexible, gesprächsbereite Qualität hinein, während Saturn im Widder Klarheit und Entscheidung fordert. Diese Kräfte wirken gleichzeitig auf den Mond ein – und genau das kann sich innerlich angespannt anfühlen.
Vielleicht kennst du das Gefühl, etwas unbedingt lösen zu wollen, und gleichzeitig zu spüren, dass es nicht allein durch Druck oder Kontrolle gelingt. Gerade hier lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und nach innen zu lauschen: Wo versuchst du gerade, etwas festzuhalten oder zu kontrollieren? Und was zeigt sich, wenn du für einen Moment …
… den Druck herausnimmst und bereit bist, tiefer zu schauen?
Auch die Spannung zwischen Mars im Widder und Jupiter im Krebs kann dazu führen, dass wir zu viel auf einmal wollen oder emotional stärker reagieren als gewöhnlich. Umso wichtiger ist es, bewusst mit der eigenen Energie umzugehen und nicht jedem Impuls sofort zu folgen.
Mit Merkur im Widder in gradgenauer Verbindung mit Chiron zeigt sich zudem ein sensibles Thema im Bereich der Kommunikation und des Selbstausdrucks. In dieser Zeit kann es schnell geschehen, dass wir impulsiver reagieren oder unsere Sichtweise durchsetzen wollen. Gleichzeitig liegt genau hier die Chance, innezuhalten, zuzuhören und auch andere Perspektiven mit einzubeziehen – weg vom Schwarz-Weiß-Denken des Skorpions, hin zu einem offeneren „Sowohl-als-auch“.
Der Skorpion bringt in solchen Phasen oft genau das an die Oberfläche, …
… was wir lieber vermeiden würden: Tabuthemen, unangenehme Wahrheiten oder auch Anteile in uns selbst, die wir nicht so gern sehen. Doch gerade darin liegt seine Kraft. Denn oft finden wir unser Licht genau dort, wo wir vorher nicht hinschauen wollten. In der schamanischen Tradition ist dies die Schwelle, an der sich zeigt, ob wir bereit sind, wirklich hinzusehen.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich die schamanische Arbeit so schätze. Sie lädt uns nicht dazu ein, das Dunkle in uns zu umgehen, sondern ihm zu begegnen – und genau darin unser Licht zu finden. Passend zu dieser Zeit werde ich rund um diesen Vollmond eine liebe Freundin, die gerade hier bei mir auf Teneriffa zu Besuch ist, in ihrer ersten, tiefen Erfahrung mit der Meisterpflanze Iboga begleiten. Wir haben vor vielen Jahren gemeinsam unsere schamanische Ausbildung gemacht, und jetzt ist sie bereit, tiefer zu tauchen.
Solche mutigen Schritte lassen sich nicht erzwingen.
Oft müssen sich erst die passenden Zeitfenster öffnen, bevor wir wirklich bereit sind, uns auf das einzulassen, was unter der Oberfläche liegt – auf das Echte, das Unverfälschte in uns. Die Meisterpflanze Iboga ist in diesem Sinne sehr klar. Dieser Pflanzengeist zeigt uns nicht das, was wir sehen möchten – sondern das, was gesehen werden muss. Und genau darin liegt seine Kraft: uns über jene Punkte hinauszuführen, an denen wir im Leben oft viel zu lange feststecken. Iboga wirkt wie ein Torhüter der Unterwelt.
Alles, was nicht wahr ist, verliert hier seine Struktur.
Schauen wir weiter auf den Mai, so vermag sich die Energie mit dem Wechsel von Merkur in den Stier am 3. Mai allmählich zu beruhigen. Nach der impulsiven Widder-Qualität bzw. nach der Zeit, in der Merkur im Widder verweilte, kann unser Denken nun langsamer, klarer und bodenständiger werden. Wir können Entscheidungen mit mehr Bedacht treffen und uns insgesamt verbindlicher zeigen.
Rund um den 5. Mai, wenn Merkur in Spannung zu Pluto steht, kann es dennoch zu intensiveren Gesprächen oder auch zu Reibungen kommen. Es kann sich anfühlen, als wären viele in Kampflaune. Uns dabei bewusst zu machen, dass wir uns nicht auf jede Auseinandersetzung einlassen müssen, kann hier wegweisend sein. Mit der Rückläufigkeit von Pluto ab dem 6. Mai beginnt schließlich eine Phase, in der es weniger darum geht, Neues zu erzwingen, sondern vielmehr darum, bereits angestoßene Veränderungen zu verarbeiten und wo immer erforderlich nachzujustieren.
Besonders unterstützend zeigen sich dann die Tage vom 8. bis 13. Mai.
Durch die harmonische Verbindung von Sonne und Merkur im Stier mit Jupiter im Krebs können sich Möglichkeiten öffnen, Ideen konkretisieren und Dinge in einen stimmigeren Fluss kommen. Es ist eine Zeit, in der sich sowohl das große Ganze als auch die Details klarer zeigen können – vorausgesetzt, wir bleiben offen für das, was sich zeigen und entfalten möchte.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Haltung für diesen ersten Abschnitt des Monats: nicht alles sofort einordnen oder kontrollieren zu wollen, sondern bereit zu sein, wahrzunehmen, was sich zeigt – auch dann, wenn es zunächst ungewohnt oder herausfordernd ist.
Wenn du spürst, dass dich genau diese Themen berühren …
… und du nicht nur darüber nachdenken, sondern ihnen auf einer tieferen Ebene begegnen möchtest, dann findest du in meinem Seminarkalender verschiedene Möglichkeiten, diesen Weg zu gehen. Neben den Iboga-Retreats gibt es auch andere Formate, darunter auch die schamanische Ausbildung „Erwecke die Medizinfrau in dir“, die im Juni beginnt und die dir das Handwerkszeug vermittelt, um solche Prozesse bewusst zu vertiefen und zu begleiten. Es hat sich bereits ein schöne, kleine Ausbildungsgruppe gefunden –, vielleicht ruft es dich ja ebenso in unseren Frauenkreis. Zum Seminarkalender 2026 geht es hier
Nach der intensiven, teils aufwühlenden Energie des Skorpion-Vollmondes bringt uns der Neumond am 16. Mai auf 26 Grad Stier wieder zurück auf den Boden. Es ist, als würde sich nach der Tiefe und Konfrontation der Blick langsam klären. Was zuvor vielleicht aufgebrochen …
… oder in uns aufgewirbelt wurde, darf sich nun langsam setzen.
In der schamanischen Sichtweise versinnbildlicht dieser Moment die Rückkehr aus der Unterwelt. Nicht als Rückkehr in das Alte – sondern als jemand, der etwas in der Tiefe erkannt hat, und auf Grundlage dieser Erkenntnis zu einer neuen Haltung findet.
Der Stier steht für Stabilität, für Werte, für unsere Ressourcen, für all das, was uns wirklich nährt – materiell wie emotional. Und genau hier setzt dieser Neumond an. In Konjunktion mit Merkur im Stier entsteht eine klare, geerdete Wahrnehmung dafür, was wir brauchen und was uns wirklich wichtig ist. Dabei geht es weniger um schnelle Entscheidungen, …
… sondern vielmehr um ein tiefes inneres „Ja“ oder „Nein“.
Interessant ist auch die Verbindung zwischen Venus – als Herrscherin dieses Neumondes – und Merkur: Beide stehen in einer Art Austausch miteinander, was uns ein feines Gespür dafür geben kann, was wir wirklich wollen und wie wir es kommunizieren – sowohl in Beziehungen als auch in finanziellen oder praktischen Angelegenheiten.
Gleichzeitig steht Venus in Zwillinge im Sextil zu Mars im Widder, der eine gradgenaue Verbindung mit Chiron eingeht. Diese Konstellation bringt eine sehr besondere Tiefe mit sich. Mars möchte handeln, sich durchsetzen, vorangehen – doch in Verbindung mit Chiron können genau dort alte Wunden berührt werden. Es kann sein, dass wir spüren, ob wir wirklich für uns einstehen, wo wir uns bisher zurückgehalten haben oder wo noch Zweifel sitzen.
Genau darin liegt die Chance dieses Neumonds:
… nicht einfach nur loszugehen, sondern bewusst wahrzunehmen, wo unser Handeln noch von alten Verletzungen geprägt ist. Wenn wir hier Mitgefühl entwickeln – für uns selbst und auch für andere – kann eine neue Form von Kraft entstehen. Eine, die nicht aus Druck entsteht, sondern aus einer inneren Klarheit heraus. Venus unterstützt diesen Prozess, indem sie Verbindung schafft und uns zeigt, dass echte Nähe dort entsteht, wo wir uns ehrlich zeigen und mit uns selbst und anderen verbundener sind.
In den Tagen vom 17. bis 21. Mai, wenn Venus weiterhin im Sextil zu Mars steht, kann sich diese Energie besonders in Beziehungen entfalten. Das ist nicht nur ein klassischer „Liebesaspekt“ im romantischen Sinne – auch wenn sich dieser natürlich zeigen kann – sondern vor allem eine Zeit, in der wir spüren können, was uns wirklich berührt.
Es geht um Anziehung, um Resonanz, um Lebendigkeit – …
… und um den Mut, neue Wege im Miteinander zu gehen. Gleichzeitig kann diese Energie auch dabei helfen, Dinge in Bewegung zu bringen, die zuvor vielleicht stagniert haben – nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch in kreativen oder beruflichen Prozessen.
Am 17. Mai wechselt Merkur in die Zwillinge, in sein eigenes Zeichen, und bringt frischen Wind in unsere Gedankenwelt. Bereits am 18. Mai trifft er dort auf Uranus, und mit dem Wechsel der Sonne in die Zwillinge am 21. Mai sowie ihrer Konjunktion mit Uranus am 22. Mai …
… kommt richtig Bewegung ins Feld.
Da können sich neue Ideen, plötzliche Einsichten und kreative Lösungen zeigen – manchmal auch ausgelöst durch Gespräche oder unerwartete Wendungen. Es kann sich anfühlen, als stünden wir buchstäblich unter Strom, doch genau darin liegt auch enormes Potenzial für Problemlösungen.
In der letzten Maiwoche bauen sich jedoch noch einmal Spannungen auf. Mars im Stier im Quadrat zu Pluto kann Druck erzeugen, ebenso wie Venus in Krebs im Quinkunx zu Pluto und im Quadrat zu Saturn. Themen, die zuvor vielleicht noch unter den Teppich gekehrt wurden, wollen jetzt gesehen werden – besonders in Beziehungen und bei finanziellen Angelegenheiten. Es kann schneller zu Konflikten kommen, doch wir haben immer die Wahl, wie wir damit umgehen. Manchmal ist es hilfreicher, einen Schritt zurückzutreten …
… oder die Energie bewusst in etwas Konstruktives zu lenken.
Generell kann Pluto im Aspekt zu persönlichen Planeten wie Mars und Venus in herausfordernden Themen oder Lebenssituationen enorme Kräfte in uns freisetzen. Gerade dann, wenn wir uns ohnmächtig und hilflos fühlen, kann er jene Kräfte in uns mobilisieren, die uns aus der Ohnmacht in die Selbstermächtigung führen.
Der Vollmond im Schützen am 31. Mai auf 10 Grad Schütze – mit der Sonne gegenüber auf 10 Grad Zwillinge – richtet den Blick schließlich wieder nach vorne.
Schamanisch gesehen ist dies der Moment des Aufstiegs.
Nach der tiefen Reise durch die Unterwelt des Skorpions und die bewusste Verkörperung der neuen Erkenntnisse in der mittleren Welt des Stiers, öffnet sich nun wieder der Blick nach oben – in Richtung Schützen, zu Vision, Weite, Sinnhaftigkeit und neuen Abenteuern.
Der Mond im Feuerzeichen Schütze möchte wachsen, sich ausdehnen, neue Horizonte entdecken. Interessant ist, dass Jupiter als Herrscher dieses Vollmonds noch im Krebs steht, wodurch Mond und Jupiter in einer Art Rezeption miteinander verbunden sind. Gleichzeitig beginnt sich eine Spannung zwischen Jupiter und Chiron aufzubauen – hier begegnet die Sehnsucht nach Weite und Abenteuer einer tieferen, …
… oft unbewussten Angst vor der eigenen Freiheit und Größe.
Wenn wir bereit sind, diese Spannung zu überwinden, indem wir uns Dinge trauen, die wir uns bisher vielleicht nicht zugetraut haben, kann sich ein völlig neuer Raum öffnen – neue Wege, neue Erfahrungen, neues Wissen.
Genau darin liegt die Einladung dieses Vollmondes. Indem du dich traust, neue Schritte zu gehen – vielleicht auch solche, die sich zunächst ungewohnt oder herausfordernd anfühlen – kann sich diese Spannung lösen. Saturn unterstützt diesen Prozess durch einen harmonischen Aspekt und hilft dabei, …
… die eigenen Schritte bewusst und nachhaltig auszurichten.
Dabei geht es nicht nur um Bewegung – sondern darum, den richtigen Weg zu erkennen. Gleichzeitig steht der Mond im Quinkunx-Aspekt zu Mars im Stier, was uns daran erinnert, dass nicht alles in unserem gewünschten Tempo vorangeht. Der Wunsch nach Bewegung trifft hier auf die Notwendigkeit, geduldig zu bleiben und Dinge Schritt für Schritt umzusetzen.
Venus steht weiterhin in Spannung zu Saturn, was einen Realitätscheck in Beziehungen und bei finanziellen Themen mit sich bringen kann. Merkur auf dem Endgrad der Zwillinge im Sextil zu Chiron im Widder eröffnet noch einmal die Möglichkeit für heilende Gespräche, …
… für ehrlichen Austausch und dafür, neue Perspektiven zu integrieren.
Auch die Spannungen von Neptun und Pluto zum absteigenden Mondknoten in der Jungfrau können sich wie ein innerer Druck anfühlen, alte Muster loszulassen – besonders jene, die mit Kontrolle, Perfektion oder übermäßiger Anpassung zu tun haben. Und vielleicht zeigt sich genau das auch ganz konkret in deinem eigenen Leben.
Wenn ich auf mich schaue, so spüre ich sehr deutlich, wie sehr mich in den letzten Jahren ein innerer Anspruch begleitet hat, Dinge stets „richtig“ zu machen und verlässlich zu sein – z.B. meine Beiträge pünktlich zu veröffentlichen, unabhängig davon, wie es mir gerade wirklich geht. Doch genau dieser Anspruch ist etwas, das ich so nicht mehr weitertragen möchte. Er entspricht mir nicht mehr – und vor allem tut er mir nicht mehr gut. Diesen alten Druck, zu Monatsbeginn immer „liefern zu müssen“, möchte und kann ich nicht mehr mittragen.
So spüre ich, dass genau das Teil meiner eigenen Wandlungsreise …
… mit Blick auf den Mai ist: mich aus diesem ständigen „Müssen“ zu lösen und wieder in einen natürlicheren Rhythmus zu finden. Gerade auch, weil ich in den kommenden Monaten anderweitig stark eingebunden sein werde – allen voran in meine Seminararbeit – und gleichzeitig werde ich auch viel auf Reisen sein, unter anderem in Peru, teils in sehr abgelegenen Regionen, in denen es nicht selbstverständlich ist, jederzeit online zu sein.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich zurückziehe. Meine Beiträge und astrologischen Impulse werde ich weiterhin teilen – in meinem Newsletter, meinem Blog und in diesem Podcast. Nur eben freier, lebendiger und nicht mehr an einen festen Takt gebunden. D.h. nicht mehr in dem festgelegten Rhythmus, wie dies bislang zum Beginn eines jeden Monats der Fall war, sondern dann, wenn ich den Impuls verspüre, dass etwas Wichtiges geteilt werden möchte. Etwas, das weniger aus einem monotonen Zeitrhythmus und Zeitdruck entsteht, sondern aus einem inneren Impuls, der ausgereift ist.
Vielleicht ist genau das auch die Einladung an dich in diesem Monat:
… wirklich hinzuspüren, wo du noch aus Pflicht heraus handelst – und wo etwas in dir bereits nach mehr Echtheit, Freiheit und Lebendigkeit ruft.
Schau in deinem eigenen Horoskop, in welche Lebensbereiche die drei markanten Punkte dieses Monats fallen – 11 Grad Skorpion, 26 Grad Stier und 10 Grad Schütze. Zwischen diesen Häusern entfaltet sich die Reise des Monats Mai: von der Unterwelt des Skorpions, über die Erdung und Klarheit des Grenzen setzenden Stiers bis hin zum Schützen, dem Hoffnungsträger – und dem kostbaren Juwel in uns.
In meinem eigenen Horoskop fällt der Vollmond im Skorpion auf 11 Grad in mein 5. Haus – das Haus der Lebensfreude, der Lebensbühne und des Selbstausdrucks. Der Neumond im Stier auf 26 Grad aktiviert mein 12. Haus – das Haus des Rückzugs, der Spiritualität und des Unsichtbaren. Und der Vollmond im Schützen wiederum auf 10 Grad aktiviert mein 6. Haus – das Haus des Alltags, der Arbeit und Gesundheit.
Und genau in dieser Verbindung spüre ich …
… die Einladung dieses Monats an mich sehr deutlich: nämlich etwas an der Art und Weise zu verändern, wie ich mich zeige und meine Arbeit lebe. Meine Rolle darf sich wandeln.
Vielleicht kennst auch du dieses Gefühl: dass etwas im Außen noch funktioniert – aber innerlich nicht mehr ganz stimmig ist. Der Mai lädt dich ein, diesem Gefühl nicht auszuweichen, sondern ihm zu folgen. Denn genau dort, wo du bereit bist, tiefer zu gehen, beginnt sich etwas zu zeigen.
Ich durfte dies in meinem eigenen Leben immer wieder erfahren …
… – und bin zutiefst dankbar dafür – welche wundervollen Geschenke und Visionen auf uns warten, wenn wir uns auf unsere eigene Tiefe einlassen. Es ist wie das Stöbern in einem dunklen Keller, in dem vieles verstaubt und vergessen liegt. Und genau zwischen all diesem alten, Unbeachteten kann plötzlich ein Juwel auftauchen – etwas, das die ganze Zeit da war: eine Gabe, ein Talent, eine Wahrheit in uns, die gesehen und gelebt werden möchte.
So schließt sich dieser Monat wie ein Kreis: von der tiefen, transformierenden Energie des Skorpions über die erdende Klarheit des Stiers hin zur Weite und Vision des Schützen.
Vielleicht zeigt sich in all dem auch eine leise Unsicherheit, …
… die entsteht, wenn wir beginnen, gewohnte Strukturen zu verändern. Da könnten sich Menschen von uns abwenden, wenn wir auf einmal Dinge anders machen – wenn, wie in meinem Fall – meine Beiträge nicht mehr im gewohnten Rhythmus erscheinen. Und gleichzeitig spüre ich sehr deutlich: Das größere Risiko oder der größere Verlust entsteht nicht dadurch, dass sich im Außen etwas verändert oder wegbricht, sondern dann, wenn wir einem Rhythmus folgen, der nicht mehr der unsere ist.
Genau hier zeigt sich der skorpionische Weg dieses Monats – das bewusste Loslassen von Formen, die einmal getragen haben, die uns Sicherheit geschenkt haben, aber inzwischen viel zu eng geworden sind. Zusammengefasst lässt sich sagen:
Der Mai ist kein leichter Monat – aber ein unglaublich ehrlicher.
Er führt dich durch Tiefe, Klärung und Bewegung hin zu einer neuen Ausrichtung. Und vielleicht zeigt sich dann genau das, was viele von uns gerade noch vermissen: das Feuer in dir, das nicht erzwungen werden kann, sondern aus einer inneren Klarheit entsteht.
In diesem Sinne wünsche ich dir einen bewegenden, Klarheit und Zuversicht bringenden Mai.
